Aromatherapie in der Pflege
Aromapflege für mehr Wohlbefinden im Pflegealltag
Aromatherapie und Aromapflege haben sich im häuslichen Pflegealltag als auch in der professionellen Alten- und Krankenpflege als Ergänzung zur modernen Schulmedizin bewährt. Die Pflege der Haut mit Aromamischungen hilft, ein gesundes Hautbild zu erhalten, bzw. wieder herzustellen. Zudem unterstützt die Aromatherapie dabei, Ängste und Beschwerden zu lindern sowie Heilungsprozesse zu begleiten.

Der Unterschied zwischen Aromapflege und Aromatherapie
Aromapflege bedeutet die Anwendung ätherischer Öle oder Aromamischungen zur Steigerung des Wohlbefindens und zur Stärkung des Organismus. Pflegefachkräfte als auch pflegende Angehörige verwenden Aromamischungen zur Grundpflege von kranken und pflegebedürftigen Personen als auch in der therapiebegleitenden Pflege – ohne medizinischen Behandlungsanspruch.
Bei der Aromatherapie werden ätherische Öle gezielt unter ärztlicher Verordnung zur Behandlung oder Linderung von Beschwerden eingesetzt. Die Aromatherapie beruht auf der pharmakologischen Wirkung ätherischer Öle und ihre Anwendung erfordert Fachkenntnisse.
Eine fundierte Ausbildung im Bereich Aromatherapie ist Voraussetzung für eine erfolgreiche Anwendung. Schulungen zur Aromapflege als auch Aromatherapie bietet die Akademie der Bahnhof-Apotheke. Diese entsprechen den Richtlinien von FORUM ESSENZIA e.V. und sind entsprechend anerkannt bzw. zertifiziert.

Wann kann Aromapflege in der Pflege unterstützen?
In der Aromapflege werden Aromamischungen in der Grundpflege und in der therapiebegleitenden Pflege eingesetzt, um den Organismus zu unterstützen und das Wohlbefinden zu fördern.
Eine unkomplizierte und gut umsetzbare, zudem äußerst bewährte Anwendungsform ist die Raumbeduftung. Hier sind Raumsprays ohne großen Aufwand anwendbar.
Aromamischungen als Fertigprodukt werden für die Mundpflege bei der täglichen Mundhygiene oder zur regelmäßigen Körperpflege z. B. in Form von Waschungen, hautpflegenden bzw. prophylaktischen Einreibungen oder therapiebegleitenden Wickeln und Auflagen eingesetzt.
Im folgenden finden Sie ausgewählte Anwendungsbeispiele bei denen die Aromatherapie unterstützen kann:
Aromapflege bei Angst, Unruhe und Panikattacken
Positive Assoziationen, die durch einen Duft mittels Raumspray oder mit einem Naturparfüm geweckt werden, können Geborgenheit und ein Gefühl der Sicherheit vermitteln. Einfühlsame Hand- oder Fußmassagen tragen zur Entspannung bei.
Düfte bei Atembeschwerden und erschwerter Atmung
Gezielte atemstimulierende Einreibungen helfen Atemnot zu lindern. Durch die bewusste Zuwendung bei Einreibungen mit Aromamischungen oder bei der täglichen Waschung mit dem Zusatz eines ätherischen Öls erfahren pflegebedürftige Personen zudem Aufmerksamkeit und Nähe. Den Pflegefachpersonen und Angehörigen kommt der Duft ebenso zugute und kann belastende Krankheitsgerüche mildern.
Aromapflege bei Fatigue, Erschöpfung und Müdigkeit
Gegen die bleierne Müdigkeit, die sich durch Schlafen nicht verringern lässt, eignen sich über den Tag verteilte Duftreize mit frischen, anregenden Zitrusdüften oder z.B. Rosmarin und Zitronenmyrte in Form eines Duftparfüms, eines Raumsprays oder einer Raumbeduftung.
Natürliche Hautpflege mit Aromapflegeprodukten
Konservierungsmittelfreie, gut hautverträgliche Salben mit der Kraft von Heilpflanzen wie Beinwell, Johanniskraut und Ringelblume und einem ätherischen Ölzusatz z.B. der Immortelle stärken die Haut, um Druckstellen und Wundliegen (Dekubitus) vorzubeugen.
Aromapflege bei Juckreiz und gereizter Haut
Einfühlsame und regelmäßige Hautpflege mit Aromamischungen insbesondere durch die Kombination mit befeuchtenden Hydrolaten führt i.d.R. zur Linderung des Reizes. Hydrolate können von den Patienten oder selbstständigen Bewohnern mehrmals täglich benutzt werden. Insbesondere die Altershaut profitiert davon. Die meisten Menschen bevorzugen den Duft von Rosen- und Melissenhydrolat.
Mundpflege bei Mundtrockenheit mit Aromapflege
Ist der Patient dazu in der Lage, eignet sich Ölziehen sehr gut. Andernfalls kann der Mund mithilfe eines Mundpflegesprays oder eines Hydrolats – vorsichtig in den Mund gesprüht – gepflegt werden. Auch ein Wattestäbchens, das mit einem öligen Aromapflegeprodukt benetzt ist, hat sich zum sanften Ausstreichen bewährt. Diese Maßnahmen befeuchten und pflegen trockene Schleimhäute und fördern gleichzeitig den Speichelfluss.
Aromapflege bei Schlaflosigkeit und Einschlafproblemen
Aromapflegeprodukte können helfen, zur Ruhe zu kommen und in den Schlaf zu finden. Hierzu ein oder zwei Tropfen eines Naturparfüms auf die Schläfe, die Brust oder am Handpuls auftragen. Wenn es die Situation zulässt, kann gar eine wohltuende Hand-, Bauch- oder Fußeinreibung gemacht werden.
Aromapflege bei Übelkeit und Unwohlsein
Bewährt haben sich Aroma-Roll-Ons mit erfrischenden ätherischen Ölen.
Aromapflege bei Verspannungen, Schmerzen und körperlichem Unwohlsein
Bei myofaszialen Schmerzen eignen sich vor allem Anwendungen, die Wärme erzeugen und so zur Entspannung der Muskulatur beitragen, beispielsweise wärmende Einreibungen oder Auflagen mit Aromapflegeprodukten. Bei viszeralen Schmerzen können Aromamischungen begleitend zur Schmerzmedikation eingesetzt werden, etwa in Form von Baucheinreibungen oder wärmenden Auflagen. Lehnen Patienten Berührungen ab, können auch berührungsferne Anwendungen als wohltuend und unterstützend erlebt werden. Da Aromamischungen immer auch über den Geruchssinn wirken, spielt die Akzeptanz des Duftes eine zentrale Rolle. Die Wirkung erfolgt dabei stets unter Beteiligung des zentralen Nervensystems.

Bewährte Aromapflegeprodukte für Pflegefachkräfte, Angehörige und Einrichtungen
Als Apotheke beraten wir Sie gerne zu geeigneten ätherischen Ölen und Aromamischungen sowie zu deren sicherer Anwendung und Dosierung, damit Aromapflege fachgerecht und sicher in den Pflegealltag von Kranken- und Altenpflegern integriert werden kann. Unsere ausgewählten Produktempfehlungen:
Mundpflege und Mundtrockenheit
Bei pflegebedürftigen Patientinnen und Patienten kann es häufig zu Mundtrockenheit, gereizten Schleimhäuten oder einem unangenehmen Mundgefühl kommen. Eine regelmäßige und sorgfältige Mundpflege unterstützt das Wohlbefinden, erleichtert das Sprechen, Kauen und Schlucken und trägt dazu bei, die Mundschleimhaut geschmeidig zu halten. Auch die Wahl des geeigneten Pflegeprodukts spielt dabei eine wichtige Rolle. Milde Aromapflegeprodukte können die tägliche Mundpflege sinnvoll begleiten, die Schleimhäute befeuchten und ein angenehmes Frischegefühl im Mund unterstützen.
Dekubitus-Prophylaxe und Hautpflege
Bei bettlägerigen Patientinnen und Patienten besteht stets die Gefahr der Entstehung von Druckstellen und Wundliegen (Dekubitus). Eine zentrale Maßnahme der Prophylaxe ist die regelmäßige und individuell angepasste Lagerung. Durch gezielte Positionswechsel wird der anhaltende Druck auf besonders gefährdete Körperstellen wie Fersen, Steißbein oder Hüfte reduziert und die Gewebedurchblutung unterstützt. Auch die Wahl des Pflegeprodukts spielt eine wichtige Rolle. Werden native Pflanzenöle verwendet, führen sie der Haut essenzielle Fettsäuren zu und unterstützen so ihre Pflege und Regeneration.
Pflegewohl-Öl
Das Körperpflegeöl, ein vielfach bewährter Klassiker im Pflegealltag, ist ideal für die tägliche Verwendung im Pflegealltag. Es stärkt die Hautfunktionen und ist in vielen Pflegeeinrichtungen fester Bestandteil der Pflegeroutine.
Windelbalsam
Der Windelbalsam pflegt und schützt die Haut. Er eignet sich insbesondere für den Windelbereich, pflegt aber auch alle anderen Bereiche, bei denen es zu Reizungen und Druckstellen kommen kann. Der Windelbalsam hilft auch dann die Haut zu pflegen, wenn bereits Irritationen und Rötungen vorhanden sind.
Rose Teebaum Hydrolat
In Bereichen, wo Hautflächen aneinander reiben, kann es leicht zu wunder Haut kommen (Mazerationen). Die vorbeugende, befeuchtende, hautstabilisierende Pflege mit ausgewählten alkoholfreien Hydrolaten wie dem Rose Teebaum Hydrolat kann dies mildern. Möglichst mehrmals täglich aufsprühen.
Atemerleichterung
Bei pflegebedürftigen Patientinnen und Patienten kann die Atmung durch Erkältungen, festsitzenden Schleim oder ein allgemeines Engegefühl belastet sein. Eine bewusste Atempflege kann dabei helfen, das Durchatmen zu erleichtern, das Wohlbefinden zu fördern und den Pflegealltag angenehmer zu gestalten. Auch die Wahl des geeigneten Pflegeprodukts spielt eine wichtige Rolle. Bewährte Aromapflegeprodukte mit wohltuenden ätherischen Ölen können die Atempflege sinnvoll begleiten und ein freieres, leichteres Atemgefühl unterstützen.
Allgäuer Atemöl für Erwachsene
Eine wohltuende Hautpflege für Brust und Rücken. Unterstützend bei Atembeschwerden, regt es zum tiefen Durchatmen an und kann helfen, das Abhusten zu erleichtern. Wenn es die Zeit erlaubt, gezielt als atemstimulierende Einreibung nutzen.
Geruchsverbesserung
Gerüche werden im Pflegealltag besonders sensibel wahrgenommen und können die Atmosphäre in Zimmern, Aufenthaltsräumen oder Pflegebereichen deutlich beeinflussen. Gerade bei Inkontinenz, Bettlägerigkeit, Wundversorgung oder längerer Raumnutzung kann eine angenehme Umgebung viel zum Wohlbefinden beitragen. Aromapflege kann hier unterstützend eingesetzt werden, um Räume auf natürliche Weise zu erfrischen und eine ruhigere, gepflegte Atmosphäre zu schaffen. Ausgewählte Produkte mit ätherischen Ölen helfen dabei, belastende Gerüche zu mildern und den Pflegealltag für Patientinnen, Patienten, Angehörige und Pflegekräfte angenehmer zu gestalten.
Raumduft Thymian-Zitrone Raumspray
Ideal zur Verbesserung der Raumluft in der Erkältungszeit sowie zur Keimreduzierung in stark keimbelasteten Räumen.
Raumduft Waldwichtel
Ein frischer Waldduft zum inneren Durchlüften. Auch erhältlich als Waldwichtel Duftöl für die Duftlampe und Waldwichtel Badesalz.
Intimpflege
Eine sanfte und sorgfältige Intimpflege ist im Pflegealltag besonders wichtig, da die Haut in diesem Bereich sehr empfindlich ist und schnell auf Reibung, Feuchtigkeit oder häufige Reinigung reagieren kann. Intimpflegehydrolate, die für Frauen und Männer geeignet sind, unterstützen mit ihrem hautfreundlichen pH-Wert von 4,0–4,2 den natürlichen Säureschutzmantel und helfen, das feuchte Milieu in Balance zu halten. So kann die tägliche Pflege angenehm begleitet und das Wohlbefinden von pflegebedürftigen Patientinnen und Patienten unterstützt werden.
Unruhe, Schlafthemen und innere Anspannung
Wenn Gedanken nicht zur Ruhe kommen, der Tag nachwirkt oder innere Anspannung spürbar bleibt, können kleine Duft- und Pflegerituale den Pflegealltag wohltuend begleiten. Ausgewählte Aromapflegeprodukte wie Naturparfümöle, Roll-ons, Duftöle oder Badezusätze lassen sich gezielt einsetzen – zum Beispiel am Abend, in unruhigen Momenten oder als wiederkehrendes Entspannungsritual. Sie können dabei unterstützen, eine beruhigende Atmosphäre zu schaffen, das Abschalten zu erleichtern und Patientinnen, Patienten sowie Pflegende achtsam in ruhigere Phasen zu begleiten.
Schlafmütze Naturparfüm Öl
Zum Abschalten und Einschlafen. Bei Bedarf mehrmals täglich punktuell einen Tropfen hinter das Ohr oder im Pulsbereich am Handgelenk auftragen. Zum Einschlafen können auch ein paar Tropfen auf ein Tuch oder Papier gegeben und dieses in die Nähe des Bettes gelegt werden.
Ruheoase Naturparfüm
Der Duft unterstützt Menschen in unruhigen Zeiten zur Ruhe zu kommen, etwas gelassener zu werden und idealerweise neue Kraft zu sammeln. Auch erhältlich als Ruheoase Naturparfüm Roll-on, Ruheoase Duftöl für die Duftlampe, Ruheoase Badesalz und Dusch & Shampoo Ruheoase.
Weitere passende Produkte für die Alten- und Krankenpflege finden Sie hier:
Aromapflege und Psyche
Düfte und Gerüche sind eng mit dem emotionalen Zentrum im Gehirn verbunden. Sie können daher unmittelbar auf Stimmung, Gefühle und Wohlbefinden wirken.
Die Aromapflege greift diesen physiologischen Zusammenhang auf. Ausgewählte ätherische Öle wie Lavendel, Rose oder Zitrusdüfte werden aufgrund ihres charakteristischen Duftprofils fast immer geschätzt und gerne bewusst eingesetzt, um das seelische Wohlbefinden zu unterstützen. Dabei handelt es sich um eine begleitende Maßnahme zur Förderung des Wohlbefindens.
Dennoch ist Vorsicht geboten: Düfte können auch unangenehme Erinnerungen wachrufen. Welche Assoziationen individuell vorherrschen, lässt sich im Voraus nicht vorhersagen. Daher sollten beim Einsatz von ätherischen Ölen in der Pflege die individuellen Duftvorlieben und -abneigungen berücksichtigt werden. Am besten werden die kranken oder zu pflegenden Personen in die Wahl des Duftes mit einbezogen, idealerweise wird eine Anamnese erstellt und ggf. die Angehörigen befragt, wenn der Mensch sich selbst nicht mehr bewusst erinnern kann. Denn nur der Duft, der für den Patienten angenehm ist und ihm im besten Fall ein Lächeln ins Gesicht zaubert, hilft Beschwerden zu lindern und trägt zur Geborgenheit bei.
Was aber, wenn Menschen ihre Präferenzen nicht mehr in Worte fassen können?
Hier sollte man ganz besonders auf körperliche Reaktionen als Ausdruck von Unbehagen achten: Veränderungen von Mimik, Atemmuster oder aufkommende Unruhe sind Signale für die Ablehnung eines Duftes.

Aromapflege bei Demenz
Bei Menschen mit Demenz gewinnt die Ansprache über die Sinne (insbesondere Tastsinn und Geruchssinn) zunehmend an Bedeutung. Denn emotionale Erinnerungen bleiben häufig länger erhalten als kognitive Fähigkeiten.
Der Geruchssinn ist immer mit persönlichen Erinnerungen verknüpft. Bekannte Düfte können daher als vertrauter Impuls im Pflegealltag aufgegriffen werden. Aromen, die mit positiven Tätigkeiten wie Backen, Gartenarbeit oder Spaziergängen im Wald verbunden sind, werden häufig mit entsprechenden Lebenserfahrungen assoziiert.
In der pflegerischen Begleitung werden ausgewählte ätherische Öle eingesetzt, um eine angenehme Raumatmosphäre zu gestalten, Momente der Zuwendung und Nähe zu unterstützen, Rituale im Tagesablauf zu begleiten oder das allgemeine Wohlbefinden zu fördern.

Aromapflege in der Palliative Care
In der Palliative Care geht es um die Betreuung von Menschen, die sich zumeist im fortgeschrittenen Stadium einer unheilbaren Krankheit befinden. Oberstes Ziel ist es, die Lebensqualität dieser Menschen zu verbessern und ihnen ein würdevolles Leben bis zu ihrem Tod zu ermöglichen.
Was es hierfür neben Fachkompetenz und einem achtsamen Umgang mit den Schwerstkranken noch bedarf, ist vor allem Zeit. Zeit für die zu Pflegenden als auch für deren Angehörige, die sich jetzt mit dem zu erwartenden Sterben auseinandersetzen. Ein nicht alltägliches Geschehen, das Kraft und viel Verständnis fordert.
Nicht alle Menschen wünschen sich auf ihrem letzten Weg eine aromatherapeutische Begleitung. Auch das muss von den Pflegenden berücksichtigt werden. Denn bis zuletzt steht die Autonomie und Selbstbestimmung des Patienten an erster Stelle. Durch gutes Beobachten ist zu erkennen, ab wann der Mensch, der nun seinen letzten Weg antritt, keinen Reiz von außen mehr möchte, um ruhig und störungsfrei gehen zu können.

Schulungen und Weiterbildungen zu Aromapflege-Anwendungen
Ätherische Öle sind hochkonzentrierte Pflanzenextrakte mit komplexer Zusammensetzung. Unsachgemäße Anwendung oder eine zu hohe Dosierung können Unverträglichkeitsreaktionen, Hautirritationen oder -reizungen hervorrufen. Wie bereits Paracelsus formulierte: „Nichts ist ohne Gift, nur die Dosis macht, dass ein Ding zum Gift wird.“
Aus diesem Grund erfordert die Anwendung ätherischer Öle fachliches Wissen. Besonders in der Pflege vulnerabler Personen ist eine sorgfältige und verantwortungsvolle Handhabung unerlässlich.
Von eigenständigen „Do-it-yourself“-Mischungen ist abzuraten. Für eine sichere Anwendung empfiehlt sich der Rückgriff auf qualitätsgeprüfte, fertig formulierte Aromamischungen aus der Apotheke. Diese werden nach anerkannten pharmazeutischen Standards hergestellt und auf ihre Hautverträglichkeit abgestimmt und stellen für Pflegeeinrichtungen sichere und gesetzlich konforme Anwendungen dar.
Die Akademie der Bahnhof-Apotheke bietet für Fachpersonen modulare Ausbildungen zur „Aromatherapie und Aromapflege im Gesundheitswesen“ an sowie Fachveranstaltungen zu Palliative Care und Aromatherapie in der Psychiatrie. Die Veranstaltungen sind von FORUM ESSENZIA anerkannt, bzw. zertifiziert.
Für Personen, die einen Angehörigen pflegen und mit wohltuenden Einreibungen unterstützen möchten, bietet die Akademie Online-Seminare an, die Aromamischungen und ihre Anwendung verständlich und praxisnah erläutern.
FAQ: Häufige Fragen zu Aromatherapie und Aromapflege in der Pflege
Ist Aromapflege in der Alten- und Krankenpflege erlaubt?
Aromapflege ist in der Alten- und Krankenpflege als Grundpflege grundsätzlich möglich, ist aber an klare Rahmenbedingungen gebunden. Aromapflege gilt als pflegerische, komplementäre Maßnahme zur Förderung des Wohlbefindens. Eine therapeutische Zielsetzung fällt in den Bereich der Aromatherapie und erfordert andere Qualifikationen.
Sowohl für die Aromapflege als auch die Aromatherapie bietet die Akademie der Bahnhof-Apotheke professionelle Veranstaltungen an, in denen es um die fachgerechte Anwendung ätherischer Öle und Aromamischungen geht.
In welchen Pflegebereichen ist Aromapflege sinnvoll einsetzbar?
Aromapflege ist besonders dort sinnvoll, wo das Wohlbefinden, die Haut- und Körperpflege, die Entspannung und die emotionale Stabilität der Pflegebedürftigen im Vordergrund stehen. Sie lässt sich in vielen Bereichen der Alten- und Krankenpflege integrieren.
Welche Vorteile hat Aromapflege für Pflegekräfte im Alltag?
Nicht nur kranke und pflegebedürftige Menschen können von der Aromapflege profitieren – auch Pflegekräfte finden in der Anwendung von Aromamischungen und ätherischen Ölen in ihrem Arbeitssetting Unterstützung.
Hierzu Birgit Schneider: „Ich bestärke auch meine Kolleginnen und Kollegen immer wieder darin, etwas für sich selbst zu tun. Denn auch bei uns, die wir die Pflege übernehmen, sorgen die naturreinen Öle für Balance, Stabilität und Kräftigung.“
Frau Schneider ist Krankenschwester, Fachschwester für Anästhesie und Intensivmedizin mit Fachweiterbildung Palliativ Care und arbeitet auf der Palliativstation am Juliusspital in Würzburg.
So können die ätherischen Öle und Aromamischungen dazu beitragen, die oftmals anstrengenden Tage auf der Palliativ-Station leichter zu meistern. Denn nur wenn es einem selbst gut geht, kann man etwas davon an seine Mitmenschen weitergeben.
Aromakörperpflegeprodukte können die Konzentration fördern, das eigene Wohlbefinden stärken und kleine Auszeiten im stressigen Pflegealltag ermöglichen. So kann Aromapflege dazu beitragen, die Arbeitsatmosphäre und die Stimmung positiv zu beeinflussen.
Ist Aromapflege auch für die häusliche Pflege geeignet?
Aromapflege kann auch im häuslichen Umfeld angewendet werden, sofern sie sachgerecht und verantwortungsvoll erfolgt. Sie versteht sich dabei als pflegebegleitende Maßnahme zur Pflege der Haut und Gestaltung einer angenehmen Atmosphäre sowie zur bewussten Sinnesansprache – nicht als Ersatz medizinischer oder therapeutischer Behandlungen.
Beachten Sie die Dosierungsanweisungen und individuellen Bedürfnisse der pflegebedürftigen Personen. Besonders bei älteren, chronisch erkrankten oder medikamentös eingestellten Personen empfiehlt sich die Verwendung fachgerecht hergestellter und geprüfter Aromamischungen.
Welche Aromamischungen eignen sich für die Mundpflege?
Alters- und krankheitsbedingt, sowie durch Medikamente kann die Speichelproduktion reduziert sein und ein trockenes Mundgefühl entstehen. Durch trockene Heizungsluft im Winter wird es oftmals verstärkt. Mundpflegeöl Sanddorn, Mundpflegeöl St. Elisabeth, Mundpflegespray, Immortelle, Mundpflegespray Myrte sind bewährte Produkte für die Mundpflege.
Welche Aromamischungen sind für Angehörige einfach anzuwenden?
Ätherische Öle sollten für Hautanwendungen niemals pur, ohne Emulgator, also ohne fettes Öl verwendet werden! Daher ist es sicher und zeitsparend auf gebrauchsfertige und geprüfte Aromamischungen zurückzugreifen.
Wohltuende Einreibungen mit Aromamischungen oder Körperölen sind einfach umsetzbar. Besonders unkompliziert ist die Handhabung von Raumsprays als auch Naturparfüms wie unsere praktischen Roll-Ons.
Auch Wickel und Auflagen können im häuslichen Pflegealltag mit etwas Übung gut und unkompliziert eingesetzt werden..
Warum sind spezielle Aromamischungen für Pflege sinnvoller als Einzelöle?
Ätherische Öle sind hochkonzentrierte Pflanzenextrakte. In geprüften Aromamischungen werden sie fachgerecht verdünnt und auf eine hautfreundliche und pflegegeeignete Konzentration eingestellt. Bei sachgemäßer Anwendung sind praktisch keine Hautreizungen bekannt.
Unterschiedliche Lebensphasen bringen unterschiedliche Anforderungen an Pflegeprodukte mit sich. Daher variieren wir die Zusammensetzung je nach Altersgruppe. Die Auswahl geeigneter Inhaltsstoffe sowie deren sorgfältige Abstimmung aufeinander tragen zu einer guten Hautverträglichkeit bei und sorgen für eine sicherere Anwendung der Aromamischungen.
In der Alten- und Krankenpflege werden häufig Menschen mit empfindlicher oder vorgeschädigter Haut, Atemwegssensibilität oder begleitender Medikation betreut. Unsere Aromamischungen berücksichtigen diese besonderen Anforderungen in ihrer Zusammensetzung und ermöglichen eine sichere und standardisierte Anwendung im Pflegealltag. Diese Qualitätskriterien sind uns besonders wichtig:
- Die Ausgangsstoffe der Aromamischungen sind möglichst aus kontrolliert biologischem Anbau (kbA) oder aus kontrollierter Wildsammlung (FairWild) und werden immer auf Identität und Reinheit sowie mikrobiologisch geprüft.
- Alle ätherischen Öle sind naturrein und werden von ausgewählten Lieferanten bezogen.
- Die fetten Pflanzenöle stammen möglichst aus nativer Pressung.
- Unsere Hydrolate werden unter sterilen Bedingungen abgefüllt.
- Unsere Aromamischungen sind frei von Konservierungsmitteln und synthetischen Zusätzen.
- Wir garantieren eine optimale Lagerung und regelmäßige Kontrolle.
Können Aromamischungen bei Verschleimung und Atembeschwerden helfen?
Dazu Gabi Dorner, Dozentin für Naturheilkunde, Aromatherapeutin und Krankenschwester: Eine wohltuende Hautpflege für Brust und Rücken mit geeigneten ätherischen Ölen unterstützt zudem dabei, tief durchzuatmen und erleichtert das Abhusten von Schleim. Dies bringt dem Pflegebedürftigen nicht nur bei Atembeschwerden eine große Erleichterung. Das tiefe Durchatmen verbessert auch die Sauerstoffversorgung, die bekanntlich so etwas wie der Treibstoff unseres Körpers ist.
Wie nutzt man Aromamischungen als Unterstützung gegen Wundliegen?
Dazu Gabi Dorner, Heilpraktikerin und Referentin, für Naturheilkunde, Aromatherapeutin und Krankenschwester: Durch Einreibungen mit Aromamischungen kann der Hautstoffwechsel gefördert und die Haut nachhaltig in ihrer Funktion gestärkt werden. Dies bildet, in Kombination mit anderen wichtigen Maßnahmen wie Wechsellagerung und Antidekubitusmatratze, eine einfache, aber hilfreiche Dekubitus-Prophylaxe.
Kann Aromapflege bei Angst oder Unruhe unterstützen?
Aromapflege kann im Rahmen pflegerischer Begleitung dazu beitragen, eine ruhige und angenehme Atmosphäre zu schaffen. Bestimmte Duftcharaktere werden von vielen Menschen als entspannend oder ausgleichend wahrgenommen. Über den Geruchssinn werden emotionale Erinnerungen und vertraute Sinneseindrücke angesprochen.
Welche Düfte sind geeignet für die Geruchsbindung?
Auf keinen Fall blumige Düfte. Stattdessen besser Nadelbaumdüfte wählen wie Zirben- und Tannenduft, in Kombination mit einem Hauch der schweren Dufnoten wie Benzoe, Tonkabohne oder Vetiver. Regelmäßiges Lüften für Frischluftzufuhr ist selbstverständlich immer ratsam.
Ätherische Öle zur Raumdesinfektion. Geht das?
Ätherische Öle als Raumduft können eine gewisse Keimreduktion bzw. Raumdesinfektion bewirken, was sie gerade in der Erkältungszeiten zu beliebten Begleitern in der Pflege macht.
Literaturtipps
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„Aromapflege, Praktische Aromatherapie für den Pflege- und Familienalltag“, |
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„Bewährte Aromamischungen – mit ätherischen Ölen leben, gebären, sterben“, |
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„Duft und Heilpflanzen sehen, verstehen und anwenden“, |
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Speziell für Fachpersonen: |
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